Musikalischer Spaziergang

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Vielfältiger Konzerte-Sommer in Siebenbürgen

 

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Aus Michelsberg, dem Dorf im Silberbachtal, in das Burzenland, nach Hermannstadt in die evangelische Stadtpfarrkirche oder nach Mediasch in die Stadt an der Kleinen Kokel, nach Kronstadt, der Stadt unter der Zinne und in viele kleine oder größere Ortschaften führte der musikalische Spaziergang in diesem Sommer. Begonnen hatte er allerdings in Kleinschenk mit dem Auftritt des Ensembles „Flauto dolce“ aus Klausenburg, das dann auch an anderen Orten konzertiert hat.

 

Bei den „Michelsberger Spaziergängen“ konzertierten zum Auftakt das Barockensemble Transylvania, zum Abschluss das Ensemble Découvertes aus Freiburg im Breisgau, dessen Mitglieder Barockinstrumente spielen. Das Ensemble Découvertes aus Freiburg im Breisgau/Deutschland hat sich die Devise „Musik neu entdecken“ auf die Fahne geschrieben. Constanze von Baußnern (Traversflöte), Martin Rupp (Barockvioline), Stephanie Dauer (Barockcello) und Michael Hartenberg (Cembalo) brachten bei ihren Konzerten in der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt sowie im Abschlusskonzert der Reihe „Michelsberger Spaziergänge“ am Sonntag Werke eher unbekannter Komponisten der Barockzeit zu Gehör sowie Werke für alte Instrumentierung, die sie bei zeitgenössischen Komponisten in Auftrag gegeben habe.

„Musikalischer Ideengeber und -Empfänger“ der 2007 von Ursula Philippi ins Leben gerufenenen Michelsberger Spaziergänge ist Klaus Philippi, Oboist und Englischhornist der Hermannstädter Staatsphilharmonie. Die Reihe sommerlicher Konzerte in der Schwarzen Kirche in Kronstadt sowie im Rahmen des Musica Barcensis-Festivals betreut Steffen Schlandt, Organist und Stadtkantor der Honterusgemeinde. In Mediasch bemüht sich die Stadtkantorin Edith Toth um ein abwechslungsreiches Programm der jeden Montag stattfindenen Orgelvespern.

Organisieren, selbst musizieren, moderieren usw. gehört in allen Fällen dazu. Und jede Konzertreihe hat ihre Besonderheiten. Einerseits sind diese von dem Ort der Veranstaltung gegeben, andererseits, wie z. B. in Michelsberg durch das großzügige Bewirten der Gäste und Musiker mit Hanklich und Kaffee durch die evangelische Kirchengemeinde, allen voran Familie Henning.

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Auch das Programm der Konzerte bringt immer wieder Neues: So erklang am Sonntag in Tartlau, beim Abschlusskonzert der Musica Barcensis-Reihe, Johann Sebastian Bachs Kantate „Ich geh und suche mit Verlangen BWV 49″ zum ersten Mal in Rumänien. Im Namen der Gastgeber führte Ursula Philippi durch das Programm und wies auf das Einzigartige dieser Kantate hin, die ein Zwiegespräch zwischen Jesus und der Seele beinhaltet, das von den Gesangsolisten Melinda Samson (Sopran/Hermannstadt) und Matthias Weichert (Bass/Dresden) anschaulich interpretiert wurde. Dem 100. Todesjahr von Max Reger war der zweite Teil des Konzerts gewidmet, den Ursula Philippi an der Orgel bestritt, wobei einmal die Sopranistin, einmal der Bassist bzw. die beiden Geigerinnen als Solisten auftraten.

In der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt findet das letzte Orgelkonzert des Sommers am 20. September statt, in der Schwarzen Kirche in Kronstadt Ende September. Und das ist noch lange nicht alles…

Beatrice UNGAR

 

Foto 1: Abschlusskonzert der 7. Auflage des Musica Barcensis-Festivals in der Tartlauer evangelischen Kirche mit dem Ensemble Cantate Domino“ (v. l. n. r.): Roxana Curtgeafar (Violine), Andreea Măzăreanu (Violine), Kurt Philippi (Cello), Melinda Samson (Sopran), Matthias Weichert (Bass), Ursula Philippi (Orgelpositiv) und Tiberiu Maniu (Bratsche). Klaus Philippi (Oboe d’amore) fehlt auf dem Bild.

 

Foto 2: Das aus Mitglieder der Hermannstädter Staatsphilharmonie gebildete Phantasy Quartet“ – im Chorraum v. l. n. r.: Elena Borz (Violine), Tiberiu Maniu (Bratsche), Makcim Fernandez Samodaiev (Cello) und Klaus Philippi (Oboe, Englischhorn) – bestritt das vorletzte Konzert der Reihe Michelsberger Spaziergänge“ am 21. August.          

Fotos: die Verfasserin

 

 

 

 

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