Kurzweiliges Orgelquiz

Michelsberger Spaziergänge“ interaktiv
Ausgabe Nr. 2492
 
 

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Ein interaktives Orgelquiz stand bei der zweiten Veranstaltung der Konzertreihe „Michelsberger Spaziergänge“ auf dem Programm. Die Dorfkirche war bis auf den letzten Platz besetzt und niemand wurde enttäuscht.

 

Der Organisator und Oboist der Hermannstädter Staatsphilharmonie Klaus Philippi hatte seine Eltern, den früheren Musikwart Kurt Philippi und die Organistin und frühere Hermannstädter Stadtkantorin Ursula Philippi, dazu eingeladen und diese hatten gemeinsam einen kurzweiligen Orgelquiz zusammengestellt. Kaum jemand merkte dabei, wie die Zeit vergeht. „Quizmaster“ Kurt Philippi stellte sich als Tartlauer Hobbybauer vor, der sich für Musik interessiert und legte gleich los. Auf der Leinwand vor dem Altar war ein Bild von einer Felswand zu sehen. Und schon fragte er: „Dieser Felsen wird ‚Die große Orgel/Orga Mare‘ genannt. Wo steht er: In den Dolomiten, in den Alpen oder in den Karpaten?“ Nun? Erraten: In den Karpaten und zwar im Naturschutzgebiet Königsstein/Piatra Craiului. Das imposante Felsengebilde wird auch noch „Padina Închisă“ genannt.

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Danach ging es um die Anzahl der Pfeifen (575) und die längste Pfeife (2,40 m) der Michelsberger Orgel, die älteste Barockorgel in Siebenbürgen. Kurt Philippi forderte die Zuhörer auf, Schuhe auszuziehen und zeigte dann auf dem Fußboden der Kirche, was die Maßeinheit „Fuß“ bedeutet, indem er ein 8-Fuß-Register baute. Gemeinsam mit Sohn Klaus führte er vor, wie eine Orgelpfeife funktioniert. Um Platz und Kosten zu sparen wurden diese Pfeifen oft aus Holz hergestellt und gedeckt, Zinn war etwas teuerer…

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Zwischendurch brachte Ursula Philippi einige Orgelwerke zu Gehör, darunter z. B. Johann Kunaus Sonata in 3 Teilen aus dem Jahr 1700 über die Heilung des gemütskranken Sauls durch das „erquickende Harfenspiel Davids“. Zum Auftakt las sie das von Kunau verfasste Vorwort dazu, in dem dieser z. B. die „Krankheiten des Leibes“ als „Hunde“ darstellt und feststellt: Bei „Gemütskrankheiten will die Geduld immer unterliegen“. Im Quiz ging es um Darstellungen des biblischen Königs in evangelischen Kirchen in Siebenbürgen, z. B. in Großau und in Marpod. Auch über die Flötenuhr, laut Kurt Philippi der „CD-Player des 18. Jahrhunderts“, und deren Nachfolger, das Orchestrion konnten die Zuhörer Einiges erfahren, u. a. dass der Kronstädter Orgelbauer Karl Einschenk 1878 ein Orchestrion in Wien gereinigt habe. Zum Abschluss spielte Ursula Philippi das Werk „Kaffeeklatsch“, das Joseph Haydn seinerzeit für ein Orchestrion komponiert hatte.

Beatrice UNGAR

 

Foto 1: Vater Kurt Philippi und Sohn Klaus Philippi zeigen, wie eine Orgelpfeife funktioniert.                                                          

 

Foto 2: Mutter Ursula Philippi an der barocken Orgel in der Michelsberger Dorfkirche.

 

Foto 3: Einen Besuch wert ist die Ausstellung Dada100.Tristan Tzara und seine Welt“ in der Galerie in der alten Michelsberger Schule, in der Werke von Hans Arp, Henri Matisse und Pablo Picasso aus der Sammlung von Thomas Emmerling zu sehen. Die Ausstellung ist bis zum 14. September d. J. täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Fotos: Beatrice UNGAR

 

 

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