Sphärischer Jazz

Ausgabe Nr. 2460
 

„Drei im Roten Kreis“ konzertierten im Atrium Café

 

Die Jazzgruppe um den Düsseldorfer Saxophonisten Reiner Witzel präsentierte in Hermannstadt eigene Kompositionen und Improvisationen.

Fast wie die Hintergrundmusik eines französischen Krimis muteten die Werke des Trios an, das am Montag im Atrium Café auftrat. Mit viel Einfallsreichtum, Spaß und Rhythmus überzeugten die Musiker das anwesende Publikum.

Schon der Bandname ist keine zufällige Wahl und kontrastiert das interessante Image der Gruppe: „Drei im Roten Kreis“ ist eine Hommage an die Filme der „Nouvelle Vague“ der sechziger Jahre. Die Atmosphäre eines solchen Unterfangens entsteht durch melodischen Jazz, der Raum für Soli und riskante Läufe lässt. Auch Blueseinflüsse und vereinzelte elektronische Elemente kolorierten die vielseitigen Stücke, die auf diese Weise für den Zuhörer reich an Überraschungen blieben. Insbesondere die Einbindung einer „Loopstation“, die einmal eingespielte Klangsequenzen als Teil des Stückes repetitiv wiedergibt, verlieh der Musik von „Drei im Roten Kreis“ eine besondere Note.

Häufig griffen die Kompositionen der Gruppe markante Bilder, Filmszenen oder Reiseerfahrungen auf. Die musikalischen Fertigkeiten und interessanten Arrangements der Stücke luden in der Tat dazu ein, sich an eine regnerische Hafenmauer, ein verrauchtes Auto oder abstrakter in das „Nomansland“ zu versetzen. Eine Musik, die den Film im Kopf kaum geeigneter untermalen könnte.

Als Veranstaltung des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt reiht sich dieses abwechslungsreiche Konzert in die Vielzahl der Jazzmusikveranstaltungen der Stadt ein. Eindeutig bot es die passende Kulisse für späte nebelverhangene Abende, für Kneipen, in denen noch ein Klavier zu finden ist.

Jonas BORNEMANN

 

Die Drei im roten Kreis" (v. l. n. r.): Christian Scheuber (Schlagzeug), Reiner Witzel (Saxofon) und Markus Schieferdecker (Kontrabass).

 

 

 

 

 

 

 

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