Eine eindrucksvolle Klangbreite

Ausgabe Nr. 2460
 

Das Weihnachtsoratorium von Bach begeisterte mit Pauken und Trompeten

 

Der Hermannstädter Bachchor führte am Abend des zweiten Advents unter der Gesamtleitung von Jürg Leutert, die ersten drei Kantate des Oratoriums auf, das wie kaum ein anderes Werk die Freude über die Geburt des Heilands ausdrückt.

Ein sprichwörtlicher Paukenschlag, das ist das „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“, der Auftakt des weltberühmten Weihnachtsoratoriums. Als wohl das bekannteste Werk dieser Art, komponierte Johann Sebastian Bach die sechs Kantaten zur Feier des Weihnachtsfests 1734 und des Epiphaniasfests im darauf folgenden Jahr. Ungebrochen ist seither dessen Popularität, die Feierlichkeit, die in der Vorweihnachtszeit zahllose Zuhörer und Sänger in Europa und andernorts in ihren Bann zieht.

In der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt erzeugte der Bachchor mit Unterstützung eines Kammerorchesters sowie der herausragenden Solisten eine Klangbreite, die selbst im großen Kirchenschiff sehr eindrucksvoll wirkte. Stadtpfarrer Kilian Dörr verwies auf das musikalische Genie Bachs, der die Ankunft des Heilands durch einen ergreifenden Einsatz von Instrumenten königlicher Qualität untermalte. Pauken und Trompeten künden von der Geburt Christi, die lieblichen Arien bilden zugleich einen introspektiven, nachdenklichen Kontrast.

Das für Sänger wie Instrumentalisten anspruchsvolle Werk wurde durch Melinda Samson aus Hermannstadt im Sopran, Mihaela Ișpan aus Bukarest im Alt, Andreas Petzold als Tenor aus Leipzig und Matthias Weichert aus Dresden im Bass unterstützt. Den Solisten, denen jeweils eine Rolle in dem Oratorium zukommt, oblag die Aufgabe, die Bibeltexte und freien Dichtungen vorzutragen und die Weihnachtsgeschichte auf diese Weise zu erzählen. Insbesondere Mihaela Ișpan überzeugte in dem Rezitativ „Nun wird mein liebster Bräutigam“ sowie der Arie „Bereite dich Zion“. Gleich zu Beginn des Oratoriums eröffneten sie und Andreas Petzold als Stimme des Evangelisten die Erzählung vom Weihnachtswunder.

Auch die Choräle der ersten drei Kantate sang der Hermannstädter Bachchor. Diese begründen in besonderer Weise den Bekanntheitsgrad des Weihnachtsoratoriums. Exemplarisch steht der Choral „Wie soll ich dich empfangen“, der insbesondere für die Tenor- und Altstimmen anspruchsvolle Passagen bereithält. Diese Schwierigkeiten meisterte der Chor fehlerlos, von ergreifender Schönheit sind Melodie und Text.

Stadtpfarrer Kilian Dörr konstatierte zu Recht, es gebe unzählige Varianten, zu sagen „Fürchtet euch nicht“. Das Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bachs sei mit Sicherheit eine der schönsten.

Jonas BORNEMANN

 

Jürg Leutert, Musikwart der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien und Dirigent des Hermannstädter Bachchors konnte am Dirigentenpult alle, Choristen und Choristinnen, Instrumentalisten und Solisten gleichermaßen begeistern und folglich auch das zahlreiche Publikum.                                

Foto: Fred NUSS

 

 

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