Brukenthalschüler bei Friedhofsaktion

Ausgabe Nr. 2458
 

Die Tradition des evangelischen Friedhofs kann nur mit Mühe erhalten werden

 

19 Brukenthalschüler der 9. A, ihr Klassenlehrer Ioan Popa und zwei Schüler aus anderen Klassen machten am 14. November bei der Aktion der evangelischen Kirchengemeinde A. B. Hermannstadt auf dem evangelischen Teil des städtischen Friedhofs in Hermannstadt unter Aufsicht von Pfarrer Hans-Georg Junesch mit. Die Mädchen frischten verblasste Inschriften auf und die Jungen pflanzten Bäume. Seit Jahren werde, so Pfarrer Junesch, darum gekämpft, den evangelischen Friedhofsteil traditionsgemäß zu erhalten, was leider nicht immer gelingt.

   Bereits in den 90er Jahren erkannten die Vertreter der evangelischen Kirche, dass man die Pflege des evangelischen Friedhofsteils selber in die Hand nehen muss. Gegenwärtig wird u. a. das Gras konstant niedrig gehalten. Die Pflege des Friedhofs bedeutet nicht wenig Aufwand, etwa 8.000 Euro pro Jahr werden dafür eingesetzt, teils aus eigenen Mitteln und vor allem aus zweckgebundenen Spenden seitens der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt in Deutschland. Seit 2007 werden mit Schulklassen der Brukenthalschule zweimal im Jahr Aktionen zur Verschönerung des Friedhofs durchgeführt. Die Friedhofsverwaltung, die der Stadtverwaltung unterstellt ist, hält die Hauptalleen sauber.

„Leider will die Erhaltung dieses traditionellen Friedhofsteils mit Bäumen und viel Grün nicht wirklich gelingen, obwohl man nun schon seit Jahren darum kämpft", klagt Junesch. Obwohl ein Abkommen mit der evangelischen Kirche besteht, dass Bäume nur nach Absprache abgesägt werden, wird dies nicht eingehalten.

Ein anderer traditionsgebundener Aspekt ist, dass die Umrandung der Gräber nicht höher sein darf als 30 Zentimeter, was von der Friedhofsverwaltung nicht richtig kontrolliert wird, obwohl es eine Absprache zwischen der evangelischen Kirchengemeinde und der Friedhofsverwaltung in diesem Sinne gibt. Immer wieder werden neue, und immer höhere Gräber errichtet, wahre Beton-Kolosse, die der Tradition im evangelischen Friedhofsteil nicht entsprechen. Vor allem der Teil des Friedhofs beim Eingang, hinter der ehemaligen evangelischen Kapelle, besteht heutzutage fast nur noch aus hohen Gräbern, wobei man kaum noch Platz zum Durchgehen findet. Aber auch vereinzelt werden auf dem ganzen Friedhof solche Gräber errichtet. Neuerdings gibt es zwischen dem alten evangelischen Friedhofsteil und dem neuen evangelischen Friedhof auf der grünen Grenze zwei neue Grabreihen, die ohne Einverständnis der evangelischen Kirchengemeinde angelegt wurden, wobei Sträucher, Unterholz und sogar Bäume entfernt wurden. Die evangelische Kirchengemeinde kümmert sich übrigens um den alten, historischen evangelischen Friedhof.

Außerdem wird heutzutage immer öfter auch eine Art Beton-Fußsteig um die Umrandung herum gegossen, der ebenfalls nicht wünschenswert ist und nur dazu beiträgt, dass die traditionelle Grünfläche immer geringer wird.

Müllhaufen werden oft mitten auf dem Friedhof angezündet und verbrannt, oft unter einem Baum, der darunter leidet und schließlich abgesägt werden muss. Natürlich werden immer wieder auch Gräber beschädigt bzw. die Metallteile werden entwendet.

Werner FINK

 

Zwei Mädchen beim Auffrischen der Inschriften.       

Foto: Werner FINK

 

 

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