Sie stellt sich jeder Herausforderung

Ausgabe Nr. 2451
 

Die Autorin und Übersetzerin Nora Iuga erhielt das Bundesverdienstkreuz

 

„Bis heute stellen Sie sich, verehrte Frau Iuga, jeder Herausforderung. Trotz des achtjährigen Publikationsverbotes ab 1970 haben Sie ihr schöpferisches Wirken nicht unterbunden sondern stets weiter geschrieben und sich für die Literatur und freie Meinungsäußerung eingesetzt. Mit Ihrem außerordentlichen Einsatz als Sprach-, Kultur-und Literaturvermittlerin und Ihrem ständigen Engagement für die Rezeption deutscher Literatur in Rumänien haben Sie sich nachhaltig um das deutsch-rumänische Verhältnis verdient gemacht. Ich möchte Ihnen daher namens der Bundesrepublik Deutschland sehr herzlich danken." Mit diesen Worten schloss  Werner Hans Lauk, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, seine Laudatio anlässlich der Übergabe des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Frau Eleonora Almosnino, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Nora Iuga, am 30. September 2015 in Bukarest.

 Dieser treffenden Beschreibung ihrer Persönlichkeit treu, fand die Schriftstellerin und Übersetzerin Nora Iuga es für angemessen, sich in ihrer Dankesrede der Alltagssprache zu bedienen. Sie sprach die Anwesenden so an „wie ich schreibe: direkt, offen, total unkonventionell, so, wie man intelligente, geistreiche, humorvolle Menschen ansprechen sollte, denn nur dann, wenn du dich so gibst wie du bist, wirst du auch gesehen."

Sie habe zu übersetzen angefangen, als sie 1970 mit einem achtjährigen Publikationsverbot bestraft worden war. Werke von mehr als 35 deutschen Schriftstellern hat sie ins Rumänische übertragen. Die Auseinandersetzung mit diesen Schriftstellern, „darunter drei Nobelpreisträger – Günter Grass, Elfriede Jelinek und Herta Müller – deren Werke ich übersetzt habe bevor sie diese hohe Ehrung erhalten haben, hielt mich in gewisser Weise am Leben", bekannte Nora Iuga.

Sie dankte für die hohe Wertschätzung ihrer Tätigkeit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck, Botschafter Werner Hans Lauk sowie dessen engen Mitarbeiterinnen Monica Lazăr und Carolin Glatz sowie allen Freunden und Bekannten aus Deutschland, der Schweiz und Rumänien, die ihr zuliebe nach Bukarest gekommen waren, um bei der Feierstunde in der Residenz des Botschafters dabei zu sein.

Abschließend aber stellte Nora Iuga in ihrer offenen und unverblümten Art, aufzutreten, fest: „Mir scheint, dass sich in diesem Raum mehr Deutsche als Rumänen befinden. Folglich täusche ich mich nicht, wenn ich behaupte, dass die Deutschen die treuesten und vertrauenswürdigsten Freunde auf dieser Welt sind. Oder liegt es vielleicht an meinem Großvater, dem Münchner Heinrich Schmidt, dass mich die Deutschen mögen?!"

Die Antwort auf diese Frage bleibt offen. So wie auch die Frage, warum wohl die von der Geehrten eingeladenen rumänischen Kolleginnen und Kollegen der Veranstaltung fern geblieben sind…

Die Redaktion der Hermannstädter Zeitung jedenfalls schließt sich den Gratulanten an.

Beatrice UNGAR

 

Die Geehrte Nora Iuga präsentiert das Verdienstkreuz, Botschafter Werner Hans Lauk die von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichnete Urkunde.                                         

Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

 

 

 

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