Geschenk für Orgel und Publikum

Ausgabe Nr. 2438
 

Ursula Philippi konzertierte an der Sauerorgel in Hermannstadt

 

Hörbar war die Freude der früheren Stadtkantorin, der Ausnahme-Organistin Ursula Philippi darüber, am Mittwoch endlich wieder  die Sauerorgel in der evangelischen Stadtpfarrkirche, ihr liebstes Kind", wie es einführend ihre Amtsnachfolgerin Brita Falch Leutert sagte, erklingen zu lassen.

 

Der Freude-Funken sprang über und nach einem ausgezeichneten Konzert gab es minutenlangen Applaus für die Organistin, die auf der Empore erschien und auf die Orgel zeigte, der dieses Konzert gewidmet war, denn schließlich feiert die Sauerorgel in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Am Weihnachtsabend des Jahres 1915 hatte der damalige Kantor der evangelischen Kirchengemeinde, Johann Leopold Bella (1843-1936) die Orgel zum ersten Mal erklingen lassen. Am Mittwoch brachte Ursula Philippi dementsprechend eine Komposition Bellas, die Fantasie-Sonate in d-Moll, zu Gehör, die überraschend frisch und wuchtig klang. Zum Auftakt des Konzertes spielte Ursula Philippi ein Werk von Johann Sebastian Bach, das Konzert in C-Dur BWV 594 nach dem „Grosso Mogul"-Concerto von Antonio Vivaldi, eines der Meisterwerke von Bach aus dessen Weimarer Zeit. Schon mit den ersten Klängen bezauberte die Organistin das Publikum, das sich regelrecht mitreißen ließ von den schwungvollen Akkorden, die Ursula Philippi der „Königin der Instrumente" in der evangelischen Stadtpfarrkriche entlockte.

Die beiden erwähnten musikalischen Leckerbissen wurden ergänzt von der Hermannstädter Erstaufführung eines aktuellen Werks eines jungen Komponisten, Alexandru Murariu (Jahrgang 1986), dem diesjährigen Gewinner des Klausenburger Sigismund Toduta-Kompositionswettbewerbs. Das Werk trägt den Titel „Couleurs" (Farben) und kommt lautmalerisch daher, mal verhalten und mal kräftig. Der Komponist bedankte sich nach dem Konzert persönlich bei der Organistin.

Diesem Dank schließt sich auch die HZ an und dankt ihrer inzwischen in Tartlau lebenden treuen Leserin für das musikalische Geschenk an die Sauerorgel, das aber zugleich auch ein Geschenk für die Hermannstädter Musikliebhaber und ihre Gäste gewesen ist.

Beatrice UNGAR

Die Freude darüber, endlich wieder einmal an der Sauerorgel zu spielen, steht Ursula Philippi regelrecht ins Gesicht geschrieben.      

Foto: die Verfasserin

 

                        

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